Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt

Webnews



https://myblog.de/rita-

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
kaninchenbraten

eute hat mir meine tochter erzählt, dass sie beinahe albert einstein verstanden hat, aber physiker hasst, und ich habe
bemerkt, dass sie sehr lange beine hat, denn sie stand dabei auf dem kopf. Ich schnitt Zwiebeln fürs Mittagessen und wünschte mir
Aufrichtigkeit. Der Mond schien zum Fenster hinein und lächelte mir zu und meine Zwiebeln wurden zu Silberzwiebeln, die schwankten und bitterten.
Ich verbitterte auch, während das kind mir tötungspläne der physik präsentierte. sie wurde schneller und schneller und ihre pläner walhalsiger und absurder, ihre stimme wurde lauter
und ich bemerkte erregung. der mond schien, und es war der mann im mond der lächelte. ich ließ meine tochter, bei der toten physik bleiben und fuhr mit meinem uralten mailand 27 mal um den block um die menschheit
zu vernichten. dabei dachte ich an meinen mann,der gar nicht mehr mein mann ist, holte sprengstoff aus dem auto und sprengte, die millionenschweren gartenskulpturen von verschissenberühmten bildhauern.

langsam geht es uns besser, es ist sommer geworden und die pfirsiche sind reif, mein kind und ich baden immer in ihrem saft und ich fühle mich jung, während sie ihre jugend nicht begreift. sie entwickelt einen hass gegen alles und ich warte auf den tag, an dem sie nackig in die schule geht.
sie missachtet häuser und schläft in erdkuhlen, und erwacht morgens mondgetränkt und schöner als zuvor. ich habe angst und verstehe sie nicht, aber ich versuche sie zu begreifen, ich schneide immer noch zwiebeln und gieße blumen, und das haus sieht sauber aus, wenn leute kommen, aber eigentlich
liege ich jeden tag in meinem karobezogenen bett, zähle die flecken der raufasertapete und lasse hirn gleich hirn bleiben. ich vermisse meine heimat und muss nachts manchmal noch auf dächern laufen, dann rufen sie die polizei und ich zeige ihnen meine fetten lippen und kann nach hause gehen. ich benötige mittlerweile größe 46.

Aubrey hat aufgehört zu essen. ihre lehrerin hat mich gerufen und mir magersüchtigenprospekte verteilt, ich lachte sie aus, und erzählte, dass meine tochter schöner ist als magersucht. daraufhin platzte die lehrerin, wir konnten das fett gut brauchen, denn mein mann, der nicht mehr mein mann ist geht jetzt zur agentur für arbeit, während meine tochter mit den langen beinen und dem aussehen eines kükens schwimmen geht, nur blau sieht und die sonne vergisst, sie ist milch.
ich nähe an einem 3 kilometerlangen rosarotenstrumpf für die zerkleinerten gebeine aubreys lehrerin, die wir als weihnachtsdeko benutzen wollen. die inspiration habe ich von schöner wohnen. mein mailand ist ein haufen und das kind trägt pelze zum protest gegen peta und angela merkel. während sie sich die zehennägel mit ammoniak lackiert. meine raufasertapete im schlafzimmer habe ich durchgezählt, und das bett gegen das sofa getauscht, sodass ich jetzt im wohnzimmer zählen kann.
dafür ist der pfirsischbaum gestorben und wir haben ihn mit tränen in den lehrerinsarg getragen und begraben, wir entschlackten durch unsere tränen und verstanden uns, auch wenn der mond nicht mehr scheint und die sonne nicht mehr scheinen soll.
abends, nachdem wir silberzwiebeln mit toten pfirsischen gespeist hatten, erzählte ich ihr von der exkursion an den grund des indischen ozeans, wo ich 7 monate bleiben sollte, um das biotop dort zu erforschen und die raufasertapete samt agentur für arbeit zu vergessen.
natürlich kommt sie mit.

 

16.8.07 15:36


14.8.07 20:04


lalala

ich habe die neue stereo total und bin in francoise cactus und brezel göring verliebt. ich habe einen komplex mit dem sex und meine libido ist ein fiasko. in der schule war ich schon seit lichtjahren nicht mehr, was daran liegt, dass ich abgemeldet bin. das wissen meine eltern aber nicht. dass mein fahrrad geklaut wurde auch nicht und dass ich den neuen hubschrauber meines bruders geschrottet und die ouahos vergiftet habe auch nicht. ich liebe sie trotzdem sehr und wünsche ihnen einen einzug ins nirvana.

in den letzten wochen habe ich die brechtgesamtausgabe, die buddenbrooks und ein bisschen kafka, böll und auch einen haruki murakami gelesen und habe ein fahrrad geklaut mit dem ich tagein tagaus durch die gegend fahre, um nicht zu essen was daran liegt, dass ich essgestört bin. ich kenne jetzt das gesamte umland in 50 km entfernung und muss zugeben, dass es doch einige sehr ansehnliche flecken gibt. zudem habe ich wöchentlich mindestens eine metamorphose durchgemacht. und bin schöner als je zuvor, dass sage ich ohne eitelkeit, weil ich nicht eitel bin und mein aussehen mich objektiv gesehen auch nicht sonderlich interessiert, da es nur genbedingt ist und nichts mit geist und so zu tun hat.

 ich habe eine woche lang nur rumgeknutscht, bis mir aufgefallen ist, dass ich nicht verliebt bin.

ich habe eine woche lang nur gekocht, bis ich merkte, dass mein hunger nicht durch lebensmittel zu lösen ist.

ich war eine woche lang nur betrunken, bis ich zu dem schluss kam, dass ich betrunken noch dümmeres zeug rede als im nüchternen zustand.

ich lutsche lollies und flirte mit jedem männlichen wesen, ob es schön ist, ist nicht wichtig. ich trage nur kleidung, die prinzessinen auch tragen und rauche getrocknete pfirsichkerne, die ich anschließend in einem hohen bogen in den silbersee spucke, und schon einen neuen rekord aufgestellt, und somit weltmeister im gerauchtenpfrsichkernspuckenbin.

ich trinke nur noch rosé, weil er so bonbon ist wie die zuckerwatte, durch die ich die welt sehe. ich lebe in einem nebel, der nur aus kleinen bösen tierchen, narben namens kennedy, jens friebe und rocko schamoni, pferden mit schizophrenie, farben, die man nicht sehen kann. natur, die dich liebt, haare die perfekt fallen und blaubeersaft besteht. ein vakuum, das nicht existiert und in dem es nur träume gibt, in denen das biest eine schönheit und die rose eine nelke ist. wo es einhörner ohne hörner und zungen die passen gibt. wo nasen icht zu groß und nicht zu klein sind. dort wo jimi hendrix mit marilyn monroe lebt und albert einstein in edith piaf verliebt. dort gibt es eine frau, die gisela heißt und die mich liebt und die mir erklärt wie die welt funktioniert. sie macht es mathematisch und zeichnet koordinatensysteme die liebe und lust heißen und denen gespiegelten parabeln gezeichnet sind mit quixotic und exotic versehen. diese frau ist sehr weise. dort wo ich bin, gibt es nur essen, das nicht dick macht und trotzdem so schmeckt, dass es all deinen gaumen in anspruch nimmt. die musik ist schöner, als das zwitschern der nachtigallen und lerchen im duett zur zeit der antike. und willy brandt ist ein würstchenverkäufer. wir baden in seen voller pfirsichsaft und lieben uns und trinken den zuckersüßen pfirsichsaft mit unseren körperflüüsigkeiten, was hormone freisetzt, die die beste droge ersetzen. schlafen muss man nicht und drogen nehmen auch nicht, weil es ein einziger rausch ist. die bäume sind aus glas, aber man kann sich nicht an ihnen schneiden. und nilpferde sind heiliger, als der gütige messias es je sein wird.

solange ich 16 bin kann ich dorthin.

ich möchte niemals aufwachen. für immer 16.

13.8.07 21:53


ein tag

angela war keine schönheit. auch als sie jung war nicht. sie hatte froschaugen und eine warze auf der nase. ihr bruder hatte, als sie kleiner war oft alpträume gehabt, weil er dachte sie sei die hexe pompirapossa. auch war sie nicht mit, für uns bemerkenswerten anderen besonderen eigenschaften gesegnet. ihre fettdepots waren nicht gut versteckt und in der schule schaffte sie es nie auf einen durchschnitt besser als 3.0. ihre mutter war eine frau und ihr vater ein mann. vielleicht waren das die einzigen positiven eigenschaften, die über sie gesagt werden konnten, ohne ein schlechtes gewissen zu bekommen, da ihr vater am liebsten ein spiel mit seinen freunden spielte, dass blaugefleckte scheiße hieß, und dessen regeln waren, die jeweilige ehefrau mit sovielen blauen flecken zu versehen wie möglich und jeden sonntag nach der kirche, wurden diese beim nachmittagskaffee, der aus geklautem aldischnaps bestand, gezählt und der gewinner bekam eine flasche extra.

die aggressionen, durch blaugefleckte scheiße angestaut hatte. ließ die mutter allerdings nicht an ihrem mann oder einer mülltonne aus. sondern, wie es jeder hobbypsychologe jetzt sicherlich vorraussieht´, an ihren kindern. sie setzte ihnen verfualtes essen vor und verstümmelte ihre kleidung. sie suchte kakerlaken auf der straße, die sie ihnen ins bett legte, und freute sich diebisch, wenn ihr nachwuchs nie schlafen konnte, da dass ungeziefer ihnen an den beinen rumkrabbelte.

um es kurz zu sagen, beide waren nicht der typ mensch, den man gerne als freund hätte oder den man überhaupt gerne kennen würde, wenn es zu jener zeit schon hartz vier gegeben hätte, sie wären DAS hartz 4 gesicht gewesen.  aber wir müssen uns nicht länger mit gestalten beschäftigen, deren höchstes gut ihr menschsein ist. deswegen komme ich zu angela zurück, denn sie hatte es geschafft in der moloch, wo sie aufgewachsen war, sich etwas zu bewahren, was es heute nicht mehr gibt, eine eigenschaft, die ich noch keinem menschen gesehen habe, der mir bis jetzt in meinem gottverdammten leben begegnet. angela mit der froschwarze auf der hakennase war aufrichtig. darum fing sie an zu klauen und drogen zu nehmen und schlief mit den freunden ihres vaters. das geld bekam natürlich er, wovon er sofort bei aldi einkaufen ging. und irgendwann ging sie einfach zur tür hinaus und kam nie mehr wieder. sie putzte klos hieß es, mit einem anwärter auf den physiknobelpreis und die welt war schön.

3.6.07 23:31


gerade habe ich meinen ersten ardfilm für die zielgruppe frührentner und aufwärts ganz gesehen. und zwar nicht so albern mit synchronisieren und charakter schnell durchschauen, um anschließend genüßlich die ganzen schwachstellen auszuschlachten. nein, leider nicht. ich habe ihn so gesehen, wie frührentner ihn sehen. bei den spannenden stellen mitgefiebert, bei den traurigen stellen geweint und war hinterher ein wenig benommen. das macht mir ernsthaft angst.

entweder der film war so gut, was auszuschließen ist, weil er in der rotzenglotze um primetime auf einem öffentlichrechlichen sender lief, was beinahe so uncool ist, wie die nachricht, dass rosamunde pilcher sich mit schlagersängerin michelle verlobt hat. also ein aufsehen, was nur noch besucher des musikantenstadls erregt.

 oder ich werde langsam alt und lebensweise, was mir viel größere sorgen macht. wenn ich in den spiegel schaue, dann erkenne ich da schon so kleine augenfältchen und beim lachen sind es auch mehr als früher und als ich letztens ausnahmsweise bus gefahren bin, meinte ein kleiner junge mir den platz anbieten zu müssen. das ist sehr bestürzend. außerdem fange ich an sachen und wichtige termine zu vergessen, erste anzeichen von alzheimer? und wann habe ich das letzte mal 3 nächte durchgefeiert? ich brauche jetzt schon EINEN ganzen tag ruhe, wenn ich nachts um 2!!!!!!!! nachhause gekommen bin. aus meinen lautsprechern tönt willy mason und den kann man nicht besonders gut mit den yeahyeahyeahs von wegen schreifaktor auf eine ebene stellen. das problem ist aber, dass ich trotz zahlreicher, besorgniserregender anzeichen von alter und vergehen, ich es immer noch nicht geschafft habe mein leben auch nur ansatzweise in den griff zu kriegen. für den ansatz allein bräuchte ich schon geld. zum einen für die hohen gebühren, die ich immer in der bücherrei bezahlen muss, wenn ich vergesse bücher und so anständig zurückzubringen, dann erwartet eine schulschabracke noch ernsthaft geld von mir, weil ich beim allwöchentlichem fußballplatzquälen, in einem Anflug des terrorismus ihr bein statt den ball getroffen habe und dank einer unglücklcihen anzahl von zufällen, die gute so geschickt gefallen ist, dass ich ihre für sie doch sehr wertvolle sporthose, nun ja verstümmelt habe. außerdem brauche ich noch eine große stange geld für den kunststudenten, dem ich meine hausarbeit aufgetragen habe und meine philosophieaufsätze, von denen ich schon seit sonntag schreibe, sind immer noch nicht gedacht. es ist eine tragödie. und dazu gehört in zukunft noch rheuma, steife körperteile, haftkleber fürs gebiss und windelhöschen für die blase. bekömmlich, geschmacklose verdauungsgerichte in breikonsistenz, einkäufe bei bonita und der genuss von wdr 4. später schwester katrin, die routiniert füttert und exkremente abwischt und dabei zu mir redet, als sei ich nicht alt und weise, sondern ein kleines 3-jähriges dummes kind.

so das reicht. ich bemitleide mich noch ein bisschen selber und wünsche euch eine schlafgestörte nacht mit alpträumen.

punkt.

23.5.07 22:30


hund am strand haben sich aufgelöst. Nach 2 jahren. 

alle jungen alle mädchen, zieht eure tshirts aus. yeahyeah.

auch wenn die verweichlichten, blassen, aknetisierten, verschuppten indieboybands wie pilze aus dem boden schießen, und man das gefühl hat, dass jeden tag eine neue the...band ihr debütalbum rausbringt, in einem breeigen, schrammeligen "indie"sound, so ist es doch auch eine gute nachricht, dass die lebensdauer begrenzt ist. yeahyeahyeah.

 

 

21.5.07 22:26


heute habe ich mal wieder bemerkt, wie es ist ohne künstlerischer begabung zu leben. kunst in der schule ist, wenn du es nich hinkriegst, eine büroklammer wie ein büroklammer und einen schuh wie einen schuh aussehen zu lassen, natürlich studiert mit licht schatten und drei d, eine qual. für diesen vorgang müssen mindestens 3 körperteile eingesetzt werden. das gehirn, das steuert und am besten auch kreative ideen entwickeln sollte, das auge, das lernen die dinge so zu sehen wie sind, und die hand, die alles aufzeichnen muss, und zwar so wie es ist. und da fängt mein scheitern an.

ich habe zwar bei meiner geburt genügend luft bekommen und bin so ohne jeglicher körperlicher beeinträchtigungen auf die welt gekommen, aber diese unsichtbare einheit, die zwischen auge hirn und hand herrscht, existiert einfach nicht. es herrscht dort mehr eine anarchie, die viellicht der APPd gefallen würde, aber nicht meiner kunstlehrerin. mein hirn spuckt irgendwelche tolle ideen aus, aber hand und auge können damit nichts anfangen und fabrizieren irgendwelchen schrott. sodass meine lehrerin von den ideen angetan, von deren auswüchsen aber schlichtweg entsetzt war.

zum beispiel in der neunten klasse, wo wir irgendwas formen mussten. in meinem kopf schwirrten irgendwelche komplizierten gebilde, die man doppel und dreifachdeutig intepretieren konnte, von einem gramophontrichter, wo tolle sachen herunterfallen, von einem bett, aus dessen füßen bäume wachsen und dessen krone den schriftzug meiner damaligen lieblingsband bilden und noch mehr so zeugs. enthusiastisch rührte und knetete, formte und bildete ich eine ganze nacht hindurch ein bombastisches pappmacheegebilde. völlig erschöpft und mit dem gewissen große kunst geschaffen zu haben, ließ ich mich gegen 4 uhr ins bett fallen, um am nächsten morgen von meinem bruder mit der frage geweckt werden, warum ich einen schinken mit krippenfiguren gebaut hätte.

meine lehrerin sah das leider ähnlich und ein dutzend meiner klassenkameraden auch. meine künstlerische laufbahn, die ich sowieso schon in der ersten klasse beendet sah, wo meine klassenlehrerin mich zum psychologen schickte, weil ich ihrer ansicht zu der tollen kreativförderndenmusik terroristen gemalt hatte, die gerade arme unschuldige menschen mit ihren maschinengewehren umlegten. ich hatte bloß die beiden eintagsfliegen jim und marie skizziert, die sich mit ein paar zecken zum kaffeetrinken trafen, um einen harmonischen und friedvollen nachmittag zu verbringen, war vollkommen zerstört. 

nach dem schinken-grammophon-desaster riet mir meine lehrerin, nicht mein handwerkliches können auf die idee aufzubauen, sondern die idee auf mein können. ich sollte also erst gucken, was ich kann, und mir dazu eine idee einfallen lassen. ich fing also an zu sammeln, was ich zeichnen konnte, diese liste war aber recht mager, da sie sich nur auf geometrische formen, häuser mit drei fluchtpunkten und dem johanniterstern beschränkte. ich fing also an johanniterhäuser zu zeichnen, wo geometrische formen aus und eingingen und verpackte diese in ideen, die weit entfernt zum thema passten. wenn es zum beispiel hieß, ein ungeheur zu entwickeln, so war das johanniterhaus, kein johanniterhaus sondern ein monstrum in hausgestalt, mit dem stern als erkennungszeichen, dass am liebsten pyramiden und zylinder auffrisst. eine zeit lang klappte dies ganz gut. allerdings bemerkt auch die blödeste kunstlehrerin, wenn sich die bilder höchstens in ihrer farbgestaltung unterscheiden, und rückblickend sah ich, dass meine entwicklung in der bildenden kunst gleich null war.

seitdem sehen die kunststunden immer so aus, dass ich, während ich die sekunden zum ende der stunde zähle, mich mit so überaus wichtigen dingen beschäftige, wie meine leere füllerpatrone mit einem bleistift zu zerstechen, spüre ich dann aber den kalten luftzug der wehenden farbenfrohen seidentücher und höre das einzigartige geklapper der eiskugelkette und das klackern des absatzes von den wahnsinnig interessanten lilaschlangenlderpumps, mit fasanenfedern ausstaffiert, die auf einer kunstausstellung als einzelstück erworben wurden, fange ich kläglich an mit dem stift über das papier zu fahren, um irgendetwas "gezeichnet"  zu haben, sodass das blatt nicht leer ist. die gütige erscheinung, zusammengebaut aus kreativen designereinzelstücken, setzt sich dann zu mir, und wir führen ein nonverbales gespräch, welches aber um nicht den anschein völliger geistesgestörtheit zu erwecken verbal so scheint, als sei ich eine schülerin, die weiß, wie sie es hinkriegt büroklammern wie büroklammern aussehen zu lassen. das sieht dann ungefähr so aus.

Lehrerin verbal: na und was hast du dir ausgedacht, Rita?

(nonverbal): du musst etwas tun, kind, auch wenn du weniger als nichts kannst.

Rita (verba): also ich hatte mir überlegt, die sendung, für die ich die werbung machen soll, ist so eine dieser furchtbaren dokusoaps, über aussteiger und so. und hier habe ich schon mal einen vorhang gemalt, in den ich eine opernsängerin hineinsetzen will, die unglücklich in die ferne starrt.

(nonverbal): wir sind hier ein kurs mit über 30 schülern, es gibt sicherlich irgendwo in diesem raum jemanden, der ihre hilfe wirklich braucht.

Lehrerin (verbal): wie meinst du das? die opernsängerin soll aussteigen? oder auswandern?

(nonverbal) meine güte, du machst ja wirklich überhaupt nichts, ich sehe schwarz bei deinem zeugnis.

Rita (verbal) (gerät ins stottern, weiß selber nicht, was die opernsängerin mit aussteigern zu tun hat): ja, die hat keine lust mehr auf opern und will ein neues leben beginnen.

(nonverbal): ich weiß auch, dass ich nichts kann, noch ein paar wochen, dann werden wir uns nie mehr miteinander herumquälen müssen. wenn sie jetzt gehen würden, müssten wir es auch heute nicht mehr.

Lehrerin (verbal): aber das passt doch überhaupt nicht mit dem vorhang, das wirkt doch so, als ob sie in ihren beruf voll mit eingeschlossen ist. ich verstehe immer noch nicht, was du meinst.

(nonverbal): ich brauche bemalte blätter und werde erst gehen, wenn ich sehe, dass du dein blatt bemalst.

Ich (verbal): also...(der berühmte geistesblitz), dass soll interessanter wirken, ja, die menschen wollen doch was von dem leben erfahren, was sie selber nicht führen können, von oper, bühne und märchen. wen interessiert schon ein hausmeister, der aussteigen will. das ist doch zweite voxklasse. die wollen große leute, bei denen sie sehen, dass sie auch nur mit wasser kochen. ganz altes ausgelutschtes prinzip. und das mit dem vorhang war auch nur eine idee, wir sollen ja ausprobieren und nicht die ganze zeit nachdenken. das sagen sie selber immer.

um die ganze geschichte abzukürzen, so geht das immer hin und her, mit dazwischenliegenden ellenlangen augenblicken, die für den unwissenden zusehenden als augenblicke des gemeinsamen schweigens gewertet werden. aber eigentlich, der immer selbe sinnlose kampf ausgeführt wird, mit dem blick in die zukunft, wo endlich alles vorbei sein wird. ich auf anderen gebieten scheitern werde und meine lehrerin sich mit anderen nichtstuenden schülern herumschlangen muss.

21.5.07 17:43


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung